München· 6 Min. Lesezeit

Digitalisierung im Münchner Handwerk und Handel: Wo es sich wirklich lohnt

Ein Malerbetrieb mit acht Leuten braucht keine Digitalstrategie. Er braucht drei Dinge, die den Papierkram halbieren. Welche das sind und wer sie bezahlt.

In München sitzen die Konzerne, über die berichtet wird — und daneben zehntausende kleine Betriebe, die den Alltag der Stadt tragen: Handwerk, Gastronomie, Einzelhandel, Praxen, Dienstleister.

Für sie klingt Digitalisierung meist nach etwas, das man sich nicht leisten kann. Dabei sind es gerade kleine Betriebe, für die die höchsten Fördersätze gelten.

Der Denkfehler: Digitalisierung als Projekt

Ein Handwerksbetrieb mit acht Beschäftigten wird kein Projektteam aufstellen und keine Software einführen, die drei Monate Konfiguration braucht. Wer Digitalisierung so denkt, kommt zum Ergebnis, dass sie für ihn nicht gemacht ist.

Sinnvoller ist die umgekehrte Frage: Welche wiederkehrende Schreibarbeit kostet in diesem Betrieb jede Woche Stunden — und lässt sich davon etwas abgeben?

Drei Aufgaben, die in fast jedem kleinen Betrieb anfallen

Die Antwort ist bei Handwerk, Handel und Dienstleistung erstaunlich ähnlich:

  • Angebote und Kostenvoranschläge schreiben — meist am Abend, meist von der Person, die tagsüber auf der Baustelle war
  • Kundenanfragen beantworten, die sich zu achtzig Prozent wiederholen
  • Berichte, Übergabeprotokolle und Dokumentationen erstellen, die niemand gern schreibt und die trotzdem verlangt werden

Warum kleine Betriebe hier im Vorteil sind

Die Förderung nach §82 SGB III ist nach Betriebsgröße gestaffelt — und zwar zugunsten der Kleinen. Bei Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten ist eine Übernahme von bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten möglich, mit steigender Betriebsgröße sinkt der mögliche Satz.

Dazu kommt ein möglicher Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die Zeit, in der die Beschäftigten lernen statt zu arbeiten. Gerade für einen Betrieb, bei dem jede Arbeitsstunde zählt, ist das der entscheidende Punkt.

Wen Sie schulen lassen sollten

Nicht sich selbst als Inhaber — jedenfalls nicht zuerst. Sondern die Person, die den Papierkram tatsächlich macht: die Bürokraft, den Meister, der abends die Angebote schreibt, die Person im Verkauf.

Der Grund ist einfach: Wer die Aufgabe kennt, kann sie einem Werkzeug so beschreiben, dass etwas Brauchbares herauskommt. Wer sie nur vom Hörensagen kennt, kann es nicht.

Die Reihenfolge

Erst das Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit, dann die Anmeldung zum Kurs. Wer vorher bucht, kann für diesen Kurs in der Regel nicht mehr gefördert werden.

Wir übernehmen die Vorbereitung: Kursbeschreibung, Maßnahmennummer, Umfang, Kosten und den Antrag selbst — Sie müssen den Betrieb nicht dafür anhalten.

Kurz gesagt

Kleine Münchner Betriebe brauchen keine Digitalstrategie, sondern drei entlastete Aufgaben. Die Fördersätze sind für sie am höchsten — der Aufwand liegt hauptsächlich in der richtigen Reihenfolge.

Stand: 18. August 2026. Über die Förderung entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall; ein Rechtsanspruch besteht nicht. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

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